Wissenschaftliche Hintergründe

Die psychologischen Theorien hinter den Linsen

Jede Linse in Saytrue basiert auf einer etablierten wissenschaftlichen Theorie. Diese Seite erklärt die theoretischen Grundlagen und zeigt, wie sie in der App umgesetzt werden. Saytrue beschreibt Sprache und schlägt Formulierungen vor; es stellt keine Diagnosen.

Emotionsanalyse

Basiert auf Robert Plutchiks Rad der Emotionen (1980) und James A. Russells Circumplex-Modell (1980). Plutchik beschreibt 8 Grundgefühle in 4 gegensätzlichen Paaren. Russell ordnet Gefühle danach, wie angenehm sie sind und wie stark sie anregen.

In Saytrue: Free und Pro. Die Emotion wird aus Stimme und Text geschätzt und zusammengeführt, bei getipptem Text nur aus dem Text. Sie dient als Einordnung, ohne Umformulierung.

Referenzen

  • Plutchik, R. (1980). Emotion: A psychoevolutionary synthesis. Harper & Row.
  • Russell, J. A. (1980). A circumplex model of affect. Journal of Personality and Social Psychology, 39(6), 1161–1178.

Tonanalyse

Analysiert das sprachliche Register auf fünf Dimensionen: Formalität, Nähe, Direktheit, Energie und Stimmung.

In Saytrue: Free und Pro. Bei Vorschlag formuliert Saytrue den Text wärmer um („Wärmer formuliert“).

Argumentationsanalyse

Basiert auf klassischer und informeller Logik. Erkennt 16 Arten von Fehlschlüssen, etwa Angriffe auf die Person, Strohmann-Argumente oder falsche Entweder-oder-Fragen.

In Saytrue: Pro. Nennt erkannte Argumentationsfehler mit Erklärung. Bei Vorschlag eine Fassung „Ohne Unterstellung“.

Referenzen

  • Walton, D. (2008). Informal Logic: A Pragmatic Approach. Cambridge University Press.

Gewaltfreie Kommunikation

Entwickelt von Marshall B. Rosenberg. Die GFK gliedert Kommunikation in vier Schritte: Beobachtungen (ohne Bewertung), Gefühle, Bedürfnisse und konkrete Bitten.

In Saytrue: Pro. Zeigt Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten im Text. Bei Vorschlag eine Fassung „Beobachtung statt Bewertung“.

Referenzen

  • Rosenberg, M. B. (2003). Nonviolent Communication: A Language of Life. PuddleDancer Press.

Kognitive Verzerrungen

Basiert auf der kognitiven Therapie von Aaron T. Beck. Erkennt 7 typische Denkmuster wie Katastrophisieren, Schwarz-Weiß-Denken und Übergeneralisierung und schlägt eine ausgewogenere Sicht vor.

In Saytrue: Pro. Benennt Denkmuster mit Zitat und Erklärung. Bei Vorschlag eine Fassung „Sachlich statt pauschal“.

Referenzen

  • Beck, A. T. (1979). Cognitive Therapy of Depression. Guilford Press.
  • Burns, D. D. (1980). Feeling Good: The New Mood Therapy. Morrow.

Vier-Seiten-Modell

Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun (1981) unterscheidet vier Botschaftsebenen: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell.

In Saytrue: Pro. Zeigt Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell einer Aussage. Bei Vorschlag eine Fassung „Mit klarem Appell“.

Referenzen

  • Schulz von Thun, F. (1981). Miteinander reden: Störungen und Klärungen. Rowohlt.

Transaktionsanalyse

Entwickelt von Eric Berne. Analysiert Ich-Zustände (Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich, Kind-Ich) und Transaktionstypen (komplementär, gekreuzt, verdeckt).

In Saytrue: Pro. Ordnet die Aussage einem Ich-Zustand zu. Bei Vorschlag eine Fassung „Auf Augenhöhe“ aus dem Erwachsenen-Ich.

Referenzen

  • Berne, E. (1964). Games People Play. Grove Press.
  • Berne, E. (1961). Transactional Analysis in Psychotherapy. Grove Press.

Themenklassifikation

Ordnet Inhalte sieben Bereichen zu: Arbeit und Beruf, Gesundheit, Beziehungen, Finanzen, persönliche Entwicklung, Kreativität und Hobbys sowie Sonstiges.

In Saytrue: Free und Pro. Ordnet den Text einem von sieben Bereichen zu, ohne Umformulierung.

Bewertungsanalyse

Basiert auf der Appraisal-Theorie von Richard Lazarus und Klaus Scherer. Bewertet Neuheit, Relevanz, Bewältigungspotenzial und Normverträglichkeit einer Situation.

In Saytrue: Pro. Zeigt, wie die Situation im Text bewertet wird. Bei Vorschlag eine Fassung „Mit dem, was dir wichtig ist“.

Referenzen

  • Lazarus, R. S. (1991). Emotion and Adaptation. Oxford University Press.
  • Scherer, K. R. (2001). Appraisal considered as a process of multilevel sequential checking. In K. R. Scherer, A. Schorr & T. Johnstone (Eds.), Appraisal Processes in Emotion. Oxford University Press.

Regulatorischer Fokus

Basiert auf E. Tory Higgins' Regulatory Focus Theory (1997). Unterscheidet zwischen Promotion-Fokus (Streben nach Gewinnen) und Prävention-Fokus (Vermeiden von Verlusten).

In Saytrue: Pro. Zeigt, ob der Text eher auf Gewinne oder auf das Vermeiden von Verlusten ausgerichtet ist. Bei Vorschlag eine Fassung „Auf das Ziel ausgerichtet“.

Referenzen

  • Higgins, E. T. (1997). Beyond pleasure and pain. American Psychologist, 52(12), 1280–1300.